Tankini

Der Bikini wird 65 Jahre alt

1946 erfand Louis Réard eine gewagte Badebekleidung- den Bikini wie wir ihn heute kennen. Getauft wurde er am 5. Juli 1946 im Pariser Art Deco Bad „Molitor“ nach dem Bikini Atoll- einem nuklearen Testgebiet der Amerikaner, welches heute unter Unesco Schutz steht. Bombig schlug in den Pariser Medien damals nicht nur das gewagte Design ein, sondern auch die Tatsache, dass kein Mannequin, sondern nur die Nackttänzerin Micheline Bernardini vom Casino de Paris bereit war, den Bikini vorzuführen.

Der Bikini wird 65 Jahre alt

Es folgte ein Skandal, der zu Verboten an Badeorten in Italien, Spanien und Portugal führte- und das, obwohl der Vorgänger des Bikini sich im Bodenmosaik der sizilianischen Villa Romana del Casale findet und als Sport-, Bademode oder Unterwäsche funktioniert haben soll. Die Verwirrung der Männerwelt über den Bikini scheint sogar so gross gewesen zu sein, dass er 1949 von der französischen Polizeipräfektur am Mittelmeer erlaubt, aber gleichzeitig an der französischen Atlantikküste verboten wurde.

In Deutschland wurde schon 1932 der Zwickelerlass vom Preußischen Reichskommissar und dem Innenminister Franz Bracht verhängt. Er untersagte das Tragen eines Zweiteilers in der Öffentlichkeit. Die Nationalsozialisten verschärften die Normen der Badekleidung. Ausschließlich Einteiler mit Beinansatz waren erlaubt. Trotzdem trug u.a. Eva Braun Zweiteiler. In den 60er Jahren wurde die Korsett Figur wieder modern, weshalb sich Bikinis kaum eigneten die notwendige Wespentaillie zu formen und der Trend tendierte jahrelang zum Badeanzug. Die Schweizerin Ursula Andress verschuf 1962 durch ihren Auftritt als Honey Ryder in „James Bond jagt Dr. No“ dem Bikini wieder Popularität- 2001 aus den Tiefen von Andress Garderobe aufgetaucht und für 41000 Pfund versteigert hält der gegürtete Zweiteiler derzeit den Rang des teuersten Bikini der Welt.

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